Autorenalltag, Autorentipps

Plotten bis du burnst.

Wie bei allem gibt es auch beim Schreiben eines Buches viele Möglichkeiten und Wege an sein Ziel zu kommen.

Du kannst drauflosschreiben und die Geschichte während deines Flows gestalten, dich spontan darauf einlassen, was die Protagonisten mit dir und ihrer Reise vorhaben.
Du kannst ein wenig planen, um nicht in das dunkelste Schreibloch der Welt zu fallen, weil du keine Ahnung mehr hast, wie du dich und deine Protas aus den Irrungen hinaus manövrieren kannst.

Oder du plottest, bis deine kleinen Gehirnzellen brennen.

Zu allererst möchte ich klarstellen, dass das dies hier nur mein persönlicher Weg ist, den ich mir nach mittlerweile fünf Jahren Schreiberfahrung angeeignet habe. Probiere ihn gerne aus, wenn er nichts für dich ist, versuche etwas anderes.
Aber für alle, die gerne plotten und beim Schreiben wissen möchten, worauf sie hinarbeiten, ist diese Möglichkeit vielleicht genau das richtige für dich.

Okay, wir entscheiden uns nun, gemeinsam zu plotten. Auch hier gibt es die Schneeflockenmethode, Outlinen, Heldenreise, ohne-Ende-Akte-Methode und so weiter.
Ich habe aus allen das für mich beste herausgezogen und arbeite mittlerweile ziemlich gut damit.

Literaturempfehlungen

Vorneweg empfehle ich dir folgende Literatur, damit du dich noch näher mit dem Thema beschäftigen kannst, wenn du möchtest:

Plot & Struktur: Dramaturgie, Szenen, dichteres Erzählen: Meisterkurs Romane schreiben
20 Masterplots – Die Basis des Story-Building in Roman und Film

1. Der erste Schritt: Schreib alles auf, was dir einfällt

Der erste Schritt macht richtig Spaß. Schreib einfach alles auf, was dir einfällt! Und damit meine ich wirklich ALLES!
Seien es ganze Dialoge, Haarfarben, ob der Protagonist ein Leberfleck am Kinn hat oder Kartoffelsalat mit Würstchen liebt. Alles kann wichtig für deine Handlung sein und hilft dir später ein richtig großes Stück beim Schreiben.

Ich nutze dafür die App Evernote. Darin erstelle ich mir ein eigenes Notizbuch für mein neues Buch und speichere dort alles, was mir einfällt oder ich finde. Egal ob Bilder zur Inneneinrichtung oder ganze Dialoge. Zack, zack, zack, alles schnell hineingetippt, gespeichert, fertig.
Oft sammle ich so meine Ideen und Notizen bis zu 3 Monate bevor ich den eigentlichen Planungs- und Schreibprozess beginne.

Übrigens speichere ich dort auch meine Ideen für Social Media, Lieblingsautor, private Dinge oder Namen, die ich toll finde und vielleicht einmal irgendwann verwenden möchte.
Wenn ich es nicht aufschreibe, ist es bald weg und kommt sehr wahrscheinlich nicht wieder, aus dem Grund benutze ich die App sehr oft sogar nachts.

2. Der zweite Schritt: Sortieren

Nachdem wir hundert virtuelle lose Notizzettel haben, müssen wir eine Ordnung reinbringen, damit aus dem Chaos ein zusammenhängendes Buch wird.

Mit der Desktop-Version von Evernote, die direkt mit meinem Handy verknüpft ist, kopiere ich die Notizen einfach rüber in ein leeres Word-Dokument.
Danach wird sortiert und ich gebe zu, das ist der nicht der spaßigste Teil unseres Plottens, aber was muss das muss, oder?

Ich sortiere nach folgendem Schema und füge die Notizen zuerst ohne zeitlichen Sinn ein:

Protagonisten:
A:
B:

Sonstiges:

Anfang:
Mitte:
Ende:

Alles, was ich zeitlich nicht einordnen kann, weil die Notiz vielleicht keine Szene, sondern beispielsweise nur eine Umgebungsbeschreibung enthält, schiebe ich zu Sonstiges. Nicht selten fällt mir beim Übertrag und sortieren noch mehr ein, was ich schreiben könnte.

3. Storyzirkel und mögliche Szenen

Nachdem ich gesammelt und sortiert habe, schnappe ich mir einen Zettel und einen Stift und schreibe mit der Hand mögliche Szenen auf.
Beispiel:

1. Protagonist A (ich nenne ihn nun Henry) betritt die Bar und trifft sein Love-Interest (ich nenne sie Marlen).
2. Harry betrinkt sich und fliegt raus, Marlen hat Mitleid und nimmt den betrunkenen aber süßen Kerl mit nach Hause.
3. die beiden treffen sich ein paar Tage im Park wieder, in dem sie mit ihrem Hund Doggy spazieren geht und Harry seinen Rausch bei einer Joggingrunde abtrainiert.
….

Auch hier spielt die zeitliche Abfolge keine Rolle! Es geht darum, deine grauen Zellen anzukurbeln und die Szenen jetzt bereits bildlich vor deinem inneren Auge zu sehen, damit du sie später beim Schreiben leichter fühlen kannst.

Danach benutze ich einen sogenannten Story-Zirkel, in dem ich die Themen des Buches zeitlich eingliedere und so genau feststellen kann, welche meiner zuvor geschrieben Szenen damit harmonieren.
Gesehen habe ich ihn in einem Youtube-Video in der Version von Dan Harmon und fand ihn absolut genial! Das war genau das, was ich damals gesucht habe!

Mittlerweile habe ich ihn leicht verändert und nutze ihn zu jedem einzelnen Buch.
Für euch biete ich meine Version als Download hier im Shop kostenlos inklusive ausführlicher Beschreibung an!
Ich hoffe, er wird euch genau so eine große Hilfe sein wie mir.

4. Ausführliche Kapitelplanung

Wenn du jetzt an dem Punkt bist, an dem du richtig heiß aufs Schreiben bist, kann ich das total nachvollziehen! Du hast so viele großartige, witzige, emotionale und tolle Szenen geplant, dass du es kaum erwarten kannst.
Ich habe für mich festgestellt, dass ich an diesem Punkt jedoch immer noch nicht fertig mit der Planung bin. Die grobe Struktur und sogar einzelne Szenen stehen, aber ich möchte die Protagonisten schon vor meiner Schreibreise kennenlernen, damit ich ihnen ab Kapitel 1 an so nahe bin, wie es geht.
Also plane ich an dieser Stelle die einzelnen Kapitel. Ich nutze dafür das Programm »Drama Queen«, mit dem man ziemlich viele verschiedene Arten von Plots und Planungen erstellen kann.
Testet doch mal die kostenlose Version und schau, ob du das Programm überhaupt brauchst, oder das ganze nicht doch lieber weiter in Word planst.
Wie oben geschrieben, viele Wege führen zu deinem Buch.

Ich plane also nun Kapitel für Kapitel durch und sehe direkt, wo sind die Schwächen meiner Story, wie verhalten sich die Protagonisten und Nebencharakter, wo spielen die Schauplätze und so weiter.
Der große Vorteil ist, dass ich bereits an diesem Punkt recherchieren kann und das nicht mitten in meinem Schreibflow tun muss.

Wenn das Buch kapitelweise steht, lege ich es erst mindestens 1 Woche zur Seite, ehe ich mir den Plot noch einmal anschaue und dann mit einigem Abstand entscheiden kann, ob ich anfange zu schreiben oder weiter plane.

5. Trau dich! Spring!

Ja, du ahnst es schon. Dieser Punkt ist der schwierigste von allen! Du musst schreiben, jetzt kommst du nicht mehr daran vorbei. Nada. Keine Ausrede zählt mehr, denn hey, du hast ein fertig geplantes Buch vor dir liegen.
Also schreib!

Lass dich nicht verunsichern, auch ich schreibe Szenen und ganze Kapitel anders, als ich zuvor geplant habe. Das ist das Schöne daran, nichts ist starr, es ist DEIN Buch!
Wenn die Eigenarten der Protagonisten sich innerhalb einer Geschichte doch anders entwickeln, als du für sie geplant hast, lass sie das tun! Vertraue ihnen und deinem sicheren Plot, das Buch wird toll werden.

Viel Spaß dabei!

Über die Autorin:

Wir schreiben das Jahr 1993. Ein braunhaariges achtjähriges Mädchen, wir nennen sie der Einfachheit halber Rose Bloom, sitzt stundenlang in ihrem Zimmer und kritzelt mit Buntstiften und viel Fantasie eine Geschichte nach der anderen in ihre Schulhefte. Sehr zum Bedauern ihres Mathelehrers, der außer seinen Zahlen und Formeln nichts anderes als Hausaufgabe gelten lässt.

In Rose Blooms Familie hatten Bücher schon immer einen hohen Stellenwert. Im Grundschulalter entdeckte sie selbst das Schreiben und konnte es nach einer längeren Pause niemals wirklich sein lassen.

Dann entdeckte Rose die weiten Möglichkeiten des Selfpublishings und im Januar 2016 entstand die erste Szene zu ihrem allerersten Liebesroman, den sie im Mai 2016 veröffentlichte.

Danach war sie nicht mehr zu stoppen. Es folgten zahlreiche Liebesromane, unter anderem Veröffentlichungen in den Verlagen Forever by Ullstein und Obo e-Books.
Einige ihrer Geschichten standen mehrere Wochen auf den BILD- und Amazon-Bestsellerlisten in den Top 10.

Rose Blooms Bücher zeichnen sich vor allem aus durch viel Gefühl, Liebe und Leidenschaft in einem bildlichen Schreibstil. Sie möchte den Leser vollständig in die Geschichte saugen, genauso wie sie beim Schreiben völlig darin aufgeht.

Die besten Ideen kommen ihr bei einem langen Spaziergang mit ihrem Hund Ecki, oder mitten im Schlaf, sehr zum Leidwesen ihres Mannes. Mit ihm und ihrer gemeinsamen Tochter lebt sie in der Nähe von Frankfurt in einem Häuschen im Grünen.

Übrigens, heute wäre ihr Mathelehrer ganz sicher stolz auf sie.

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